daniella da silva
Daniella da Silva, in Südafrika geboren und in Berlin beheimatet, entfacht mit ihren Sets und Produktionen ein elektrisierendes Geflecht aus roher Energie, Herz und urbaner Körperlichkeit. Ihr Weg führte sie von den intimen Tanzräumen von Truth und Carfax über leuchtende Festivalmomente in Südafrika und Indien bis zu ikonischen Auftritten im Berliner Untergrund – bei HÖR oder dem ADE EXIT Showcase. Ihre Musik verbindet industrielle Härte mit tief emotional geladenen Melodien und ist inspiriert von frühen Begegnungen mit Afro- und Deep-House sowie Sven Väth und Jeff Mills. Daniellas Klangsprache ist ein sprachloses Gefühl, sichtbar in pulsierenden Sets und faszinierenden Veröffentlichungen auf Labels wie Suaara, ART.143 und Reckless.
Daniella da Silva betritt die Szene wie ein Blitz: eine Gestalt, geboren im pulsierenden Rhythmus Südafrikas, aufgewachsen zwischen den Erschütterungen der Clubs Truth und Carfax, wo ihre Reise begann. Dort formte sich ihr frühes Klangverständnis – in Räumen, in denen nur der Körper und die Beats zählten. Ihr Festival-Debüt beim Electric Circus öffnete ihr die Augen für eine größere Dimension: Raves als Plattformen kollektiver Ekstase, bei denen Sound und Körper zu einem fließenden Kontinuum verschmelzen.
Schnell wurde Indien zur nächsten Station – eine Bühne, auf der ihre Sets zu einem eruptiven Dialog mit riesigen Menschenmengen wurden, pulsierend und unerschrocken. Doch dann kam Berlin, der Wendepunkt, der sie aus der flirrenden Weite der Welt in den harten Techno-Magneten Europa zog. In diesem philosophischen Untergrund voller industrieller Schönheit erkannte sie, dass ihr Klang hierher gehörte.
In ihrer Biografie wird deutlich, dass Musik für Daniella nie nur Klang war, sondern ein Vertrauter, ein flüsternder Begleiter durch Nächte und Räume. Besonders deutlich wird, dass ihr Hörverständnis durch das tief vibrierende Echo von Afro- und Deep-House geprägt wurde – sonische Texturen, die sie schon in Kindheitstagen in ihren Bann zogen.
Später klopften Techno-Legenden wie Sven Väth, Freddy K oder Jeff Mills an ihre Tür. Ihre Namen wurden zu Bausteinen ihres musikalischen Kosmos. Sie orientierte sich nicht an ihnen, sondern formte sich an ihnen entlang – eine klanghafte Auseinandersetzung, die sie auf ihre eigene Art weitertrug. Dieses Erbe transformierte sie: nicht servil, sondern selbstbewusst, mit Puls und Aura.
Daniella da Silva lässt sich nie auf ein Etikett reduzieren. Ihr Sound oszilliert zwischen hartem Techno, industrieller Wucht und emotionalen Synth-Wellen – eine Hybridkraft. Ihr musikalischer Ausdruck bewegt sich zwischen Hard- und Roh-Techno, aber mit einem Herzen, das bei jedem Synth-Aufstieg pulsiert und bei jedem Kick eine empfindsame Verletzlichkeit zum Vorschein bringt.
Sie ist keine Funktion in der Szene, sondern eine lebendige Gestalt zwischen Extremen. Das mechanische Pochen harter Drums, gepaart mit sentimentalen Kosmosmelodien, rohe Kraft, die sich in emotionaler Bewegung auflöst – eine Art bittersüße Befreiung auf der Tanzfläche.
Die Atmosphäre ihrer Sets ist sinnlich und überraschend: strobe-beleuchtet, intensiv und immer wieder von Momenten durchzogen, in denen die Menge kollektiv den Atem anhält. Sie selbst beschreibt ihre Sets als „a beautiful slap in the face“ – ein Erlebnis, das zum Tanzen und Weinen zugleich zwingt.
Man spürt: Hinter der Härte schlägt ein Herz und jede Verzerrung hat Gewicht, als wäre jede Note eine Erinnerung und jeder Bass ein Gefühl. Ihre Musik wirkt wie ein Gespräch ohne Worte zwischen Körpern und Klang: roh, ehrlich und ungeschönt.
Von den Ursprüngen in Südafrika bis zur Gegenwart ist Daniella da Silva nicht stehengeblieben – ihre klangliche Reife ist nicht linear, sondern organisch wie Atemzüge. In Berlin absorbierte sie eine Ästhetik, die urban, industriell und technisch ist. In ihr wurde diese Ästhetik zu einem Gefäß, das sie mit roher Energie und ästhetischer Feinheit formte.
Ihre Produktionen spiegeln diesen Reifeprozess wider: Ihre Studien der Musikproduktion am Soul-Candi-Institut in Südafrika gaben ihr ein technisches Fundament; ihr Sound ist durchdacht, intelligent und zugleich explosiv sowie bewusst. Sie schafft Tracks, die nicht nur laut und drückend sind, sondern auch Nuancen zulassen – zwischen Attacke und Raum, zwischen Trommelfahrt und Gedankentiefe.
Jeder ihrer Auftritte scheint wie ein Ritual, eine Transformation. Erwähnt seien HÖR Berlin (das kultige WC-Rave-Loft), H13 und der prestigeträchtige ADE EXIT Showcase 2021. Diese Auftritte waren nicht einfach Gigs, sondern Orte kollektiver Verwandlung: Licht, Körper, Klang – jedes Set ein Statement, jedes Publikum ein Resonanzkörper.
Ein besonders intensiver Live-Moment findet sich etwa im Set „FULL SET @ AUDIODROME CLUB – Turin, 16. Nov. 2024“ auf YouTube – ein filmischer Fluss aus Klanggewalt, der erahnen lässt, wie ihre Musik den Raum formt.